Denkmal für die ermordeten
Juden Europas

Wettbewerb Berlin 1994






Projektdaten ansehen

unfassbare tiefe zentrifugiert die ehemalige drehscheibe des unbegreifbaren genozids und heutige drehscheibe der wiederum optimistischen, nach oben stebenden bautätigkeit.

schwindelerregende untiefe in der stadt. kein hoffnungsschimmer dringt in den gigantischen gedenkraum, der die besucher absorbiert: die hoffnung kann nur im sozialen umfeld stattfinden.

hier aber ist P7PP, przepasc und PROPACTb, hier war szakadek, prapastie, abgrund für juden aus 17 nationen, ein propast, afgrond, abgrund, der sich langsam, aber stetig auftat, provalija, GKREMOS, gouffre, PROPACT und abisso für abertausende jüdische mitbürger, verschluckt vom gouffre, avgrunn, gremine, afgrund.

von osten nähern sich die besucher über einen grandplatz. erst von der ersten linearen mauerkante ab lässt sich langsam die dimension des denkmals erahnen. die leicht gebogene, schieferverkleidete wand steht in form und material im kontrast zum rest der anlage. sie bildet zusammen mit der linearen wand einen sich nach unten stetig verengenden, einen fokussierenden raum. durch diesen gelangt man hinab zu einen geschlossenenen umgang mit konischer abböschung zur ebene des terrains. einen treppenlauf tiefer steht man auf der plattform, etwa 8 m unter der erde, dennoch mehr als 50m über dem eigentlichen grund.

die konstruktion wird im schlitzwandverfahren mit stahlbetonwänden hergestellt.

angesichts der unfassbarkeit des leids, angesichts des unvermögens, sich der dimension dieser vernichtungsmaschine gewahr zu werden, oder mit sprache darzustellen, tut sich auch in uns ein abgrund auf.

dieser abgrund - ganz zu schweigen von dem auf der seite der opfer - ist noch nach 50 jahren vorhanden:

ein ende ist nicht abzusehen.



Entwurf : 1994 - offener Wettbewerb

nach oben

Schalterbild Schalterbild
Schalterbild Schalterbild
Projektbild